Der erste Schulfreitag im neuen Jahr war auch dieses Jahr der erste Probenfreitag im neuen Jahr. Hatten wir am Abend vorher erst im Chorteam ganz grob besprochen, was fürs laufende Jahr geplant ist, so war es um so schöner, diese Ideen schon so schnell mit dem Rest vor Chor teilen zu können. Die geplanten Stücke versprechen eine bunte Mischung an Stilen, die anstehenden Termine einen vollen Kalender. Die Weihnachtszeit wird wahrscheinlich wie jedes Jahr anstrengend, aber schön.
Hatte es am Abend zuvor aufgrund der Großwetterlage in den Sternen gestanden, stand am frühen Samstagmorgen dann doch kein Schnee den Plänen für den Tag im Wege. Da war noch eine Tante, die einen Geschenkgutschein vom vorletzten Jahr einlösen wollte, weshalb wir uns recht zeitig mit der Bahn auf den Weg nach Trier machten. Für uns standen die Sterne günstig, denn der Zugteil wurde erst in Trier reparaturbedürftig aus dem Verkehr gezogen. Die Reisenden nach Koblenz mussten sich dann wohl in einen halb so langen Zug quetschen, während wir in aller Ruhe zur Porta Nigra und von dort durch die Innenstadt gen malmal schlenderten, nicht ohne noch zuvor ein mehr oder minder koffeinhaltiges Heißgetränk im Katzentempel zu tanken. Wo sonst kann man schon mal fremde Katzen kraulen (wenn sie es wollen), während man sich aufwärmt und darauf wartet, dass man endlich Keramik bemalen darf?
Apropos Keramik: Bis zur Einweisung in die Farben und Techniken der Keramikgestaltung hatte ich nicht den blassesten Schimmer einer Idee, aber vorbehaltlich des Brandes bin ich mit dem, was ich zum Brennen dann abgegeben habe, doch ganz zufrieden. Am kommenden Wochenende wissen wir mehr.
Auf der Suche nach der einen oder anderen mehr oder weniger koffeinhaltigen Stärkung schlenderten wir dann noch ein wenig durch die Stadt und drehten unsere Runden (ja, gleich mehrere) um ein Kaufhaus, das für einen Männerausverkauf warb. 20 Prozent auf Rest- und Auslaufmodelle oder so. Am Ende landeten wir dann in einem kleinen Kaffee am Hauptmarkt, das von außen völlig unscheinbar und von der Karte eher wie eine Touristenfalle wirkte, aber der Kaffee war gut und die Stimmung angenehm und ehe wir uns versahen, kam eine Gestalt ist Kaffee, sprach kurz mit der Bedienung, überreicht ein paar Münzen in landesüblicher Valuta und verschwand wieder, noch bevor ich mir sicher sein konnte, dass diese Gestalt jemand war, mit der ich verwandt war. Ein Telefonat am Abend setzte dann die Tante (eine andere) auf meinen Onkel zweiten Grades an, der sich sicherlich gewundert haben dürfte, warum sie wusste, in welchem Café er sich 250 Kilometer entfernt herumgetrieben hatte.
Aber so ist das halt bei mir in der Familie.